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Dino Ignacio: Sesamstraße (Ernie, Bert, Krümelmonster, Grobi) / Bert is evil
by Dino Ignacio
Namt auch!
Dieses ist nicht wirklich die Hauptseite von giersbeck.de! ...
Vielmehr finden sich hier exemplarisch Texte und Bilder aus deutlich mehr als 200 Unterseiten.
 
Wer einen speziellen Autoren sucht, der kann auch direkt über die Kopfnavigation "Autorenindex" anklicken
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Und wer nicht lesen oder gar überhaupt nicht sehen kann, der begebe sich stattdem zum MP3-Portal, wo sich neben gesprochener Lyrik auch viele musikalisch vertonte Gedichte, Coverversionen von Kult-Klassikern und Instrumentale finden.
Aktuelle Veränderungen und Neuigkeiten unter "News".
 
 


 

 

 

Gedicht (ungereimte Lyrik, Prosalyrik) / Hörspiel (MP3) - Entfremdung, Resignation Fremd (ungereimt, mit MP3)

 

Von dem, was blieb
DeGie © 28.08.04
Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht) / Lied (MP3) , - Melancholie, Zeit

Die Jahre gingen längst dahin
was blieb, geschwunden mehr und mehr
was einst erhofft, so oft, so sehr
Bleibt nur ein Darben ohne Sinn ...

Ach, immerhin - wir haben doch
so viele Träume, unberührt
... als ob ein Weg nach dort noch führt
als reichte es für morgen noch

Die Welt, sie scheint noch immer jung
Das Gras noch grün, der Himmel blau
Wofür? - Du weißt es nicht genau
versunken in Erinnerung ...


  Lied (MP3) , - Melancholie, Zeit Audio-Version des Liedes / MP3-Download...

Lied (MP3) , - Melancholie, Tod Das letzte Lied der Amsel / MP3-Download...

 

Anneliese Giersbeck, Acryl auf Bütten, 39  x 56 cm

 

 

Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht) / Hörspiel (MP3) - Melancholie, Zeit, Frühling, Natur, Träume Erinnerung an einen Traum
(mit MP3)

 

 

zu DeGies neueren Texten auf den Feiertagen der Eskimos

 

 

Der Zuhälter stahl einen Gummikeks und gurgelte ihn durch.

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Die Schlange und das Wasserschwein
Bruno Bansen © Juni 2004
Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht, Humorgedicht) - Humor, Tiere

Liebend gerne frißt die Schlange,
welche selbst, ’ne dünne lange,
kleine, dicke Wasserschweine,
die nicht wissen, dass gemeine
lange Schlangen gerne nette
Wasserschweine, möglichst fette,
fangen, um sie aufzufressen,.
wohingegen die beim Essen
und auch sonst bis zu den Waden
stehn im Wasser, um zu baden.
Doch auch dort, im Wasser kauern
die Gefahren - die dort lauern,
sind zum Beispiel Krokodile,
die dort liegen mit dem Ziele,
sich ein Wasserschwein zu schnappen,
weil es einen solchen Happen,
wie die Schlange, gerne frißt.
Was das Gute daran ist,
ich war’s nicht, und werd’s nie sein,
so ein armes Wasserschwein.

 

Pinguine nach Süden fliegend, I. Astalos 8/2004
Ritter, Drachen und Leichenbestatter mit Maßband von I. Astalos 7/2004
>>Geblauchsanweisung<< von I. Astalos 8/04

 

>>Tiger Übermü beim Sturz<< von I. Astalos
Die Scheuche Ludewich (DeGie): Ludwig Janssen fällt in eine Pfütze und verscheucht einen Ara, einen Storch mit Stirnband und Dolphins Dream / I. Astalos 6'05
Elefant, Dromedar / Trampeltier, Krokodil,  und Schnabeltier laufen in der Klapsmühle auf Zwangsjacken-Träger zu  / I. Astalos 8/04
Schubpferde unter Drogen, I. Astalos 8/04
Das Schnabeltier beim Aussterben, I. Astalos 8/04
Schnabeltiere spielen Karten, während ihr Artgenosse an die Zimmerwand uriniert  / I. Astalos 9'04
I. Astalos (9/04) beim Zapfenstreichen mit Krapfen, während Horst im Dunkeln tappert und im Karpfenteich ertrinkt
Ritter, Drachen und Leichenbestatter mit Maßband von I. Astalos 7/2004
Die Ordnung der Schliefer (I. Astalos 6/05) - illustriertes Gedicht von DeGie mit schleckender Giraffe, lüsternem Krokodil, Affen mit Maschinengewehr,  Frosch und schadenfrohem Ara

Über die Hürdenlaufqualitäten der Schleiche
DeGie © 18.07. 2004
Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht, Humorgedicht) / Hörspiel (MP3) - Humor, Tiere

Liebend gerne fressen Schleichen
so sie lebend und nicht Leichen
schleimesreiche Landesschnecken,
wenn dergleichen sie entdecken
und sie diese per Verspeisen
schnell in ihre Schranken weisen
reisen jene weichen Tiere
gleich zu Magen, Leber, Niere
was der Schleiche, jede Wette
Eiweiß reiche wie auch Fette
und zumeist sich diese lobe
Aufbaustoffe, anaerobe
wo besonders sie versessen
aufzunehmen übers Essen
dessen Aufbaupräparate
um darauf sogleich sehr harte
Muskeln aufbaun, einzurenken
gerade in den Sprunggelenken
denkt sie diese anzuhäufen
da sie hofft in Hürdenläufen
auf Erfolge, die bisweilen
nur sehr selten sie ereilen
weil denn, wie der Kenner meine
viel zu klein sind ihre Beine
was verneine auch der Laie
sicher nicht, der meint da seie
eher nix, weshalb am Ende
Mißerfolg die Schleiche fände
denn der ihrigen Natur
innewohnt das Kriechen nur
und es lohnt nicht sehr zu flehen
daß man könnt' sie springen sehen.

Gehen wir mal davon aus:
Da wird eher wenig draus
da ein solcher Schleichenwurm
nichtmal schlägt den Eiffelturm
geht es denn vor allen Dingen
nicht ums Kriechen, sondern Springen
und gelingen würde kaum
was der Schleiche stets war Traum:
Hüpfend bei Olympiaden
letztlich in Medaillen baden
laden sie doch ein dorthin
Schleichen nur zu einem Sinn:
Daß bei Sprungesdisziplinen
zum Gespött sie ihnen dienen

Schienen jene Ambitionen
die manch' Schleichen innewohnen
also letztlich ohne Ziele
bleibt als Trost doch für so viele
jener Kriecher, daß auch Speisen
wie die Schnecken nie verreisen
werden je per weitem Springen
und ich denk vor allen Dingen
nichtmal kriechend unterdessen
hat 'ne Schleiche sie gefressen

 

Hörspiel (MP3) - Humor, Tiere Audio-Version / MP3-Download ...

 

 

Neunundneunzig rosarote, grüne, bunte Kurzzeitlutscher verirrten sich im Walde.

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verreimter Auszug aus 
"Fünf Jahre meines Lebens"  
von Murat Kurnaz

Gerd Geiser © Mai 2007
Gerd Geiser © Mai 2007
makabres bis zynisches, satirisches Reimgedicht (gereimte Lyrik)

Ich sage mal: Guantánamo. -
Muss ein Häftling dort aufs Klo,
hat er in der Freiluftzelle
eine kleine Notdurftstelle.
Diese ist ob der Gefahr
allerseits gut einsehbar.

Doch nach Jahren im Gefängnis
bringt das keinen in Bedrängnis.
Gut vertraut mit Käfighaltung
meidet er die Hausverwaltug.
Kurz die Beine angewinkelt
und ins Loch hinein gepinkelt.

Ärgernis jedoch bereitet,
wenn der Arrestant bestreitet,
dass ihm hier geholfen wird,
und er sich beharrlich ziert.
Besser ist es sich zu läutern,
als zu meckern und zu meutern.

Oftmals helfen Eisenschellen,
um sich einer Tat zu stellen.
Das Gewissen wird entlastet,
wenn der Sträfling eifrig fastet
oder auch mal tagelang
sich versenkt im Tiefkühlschrank.

Ist er hier zu lang alleine,
amputiert man ihm die Beine.
Doch, die sind ja eh verloren,
wenn sie erstmal abgefroren.
Schwer wird jetzt des Stuhles Gang
auf ´nem Stumpf mit Blutandrang.

Denn dann sucht auf seinen Schenkeln
der Proband nach Haltehenkeln.
Greift er in den Drahtverhau,
haut man ihm die Finger blau,
weil nun mal die Drahtberührug
nicht erlaubt ist, sagt die Führung.

----------

Kurnaz kommt nicht mehr zur Ruh.
Soll man´s glauben? - Jetzt kommst du.

 

 

Anneliese Giersbeck, Öl auf Leinwand, Galerie Anders

 

 

... und Du fragst nach der Sonne
Ara © 02.09.2004 
beklemmendes, ungereimtes Gedicht/Gutenachtgedicht/Lyrik zum Thema Missbrauch

Ich halte Deine Hand, 
morgen wird es besser sein. 
Natürlich werde ich Dich nicht verraten.
Hör auf zu weinen, 
es ist alles vorbei. 
Dir geschieht nichts. 
Ich bin doch hier! 

Warum es Engel gibt? 

Ganz klar, um an Deinem Bett zu sitzen, 
Deine Tränen aufzufangen, 
um sie in kleinen Behältern, 
aus reinem Glas aufzubewahren. 

Ob ich Morgen früher hier sein kann?

Ja, das werde ich, 
ich soll Dich doch tragen. 
Er wird Dir nie wieder weh tun.
Es passiert nur im Dunkeln, 
dass er Dich anfasst, 
Dich zwingt, 
sein kleines Mädchen zu sein, 
Dich bluten lässt. 

Du magst kein Mädchen sein?

Kleider gefallen Dir nicht. 
Zu offen, zu reizvoll, 
einfach nicht für Dich gemacht. 

Ich soll Dich heute mitnehmen?

Meine Arme umfassen Dich. 
Du erbrichst Dich, 
an der Mischung, 
aus Schlaftabletten und Wein. 
Ich wische die letzte Träne 
von Deiner zarten Wange. 

Wo die Sonne ist? 

Über den Wolken, ganz nah ...

 

 


Tips für Gourmets von Overli.dema

Das arme Schnabeltier ...

I. Astalos © 8/04

 

 

Variations on 
>>Das Schnabeltier, kurz vor dem Aussterben<<
Fabel4:  
DeGie © 18.08.04
Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht, Humorgedicht) / Lied (MP3) - Humor, Tiere

Ein Schnabeltier
Das saß bei mir
und aß mit Spaß
´ne Gabel Bier
vergaß, das war´s
am Kabel hier
die Sicherung
und starb sehr jung

Lied (MP3) - Humor, Tiere Audio-Versionen des Liedes / MP3-Download ...

Lied (MP3) - Humor, Tiere Schnabeltier-Blues (MP3-Download)

 

 

Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht, Humorgedicht) Humor, Wortspiele, Tiere Schade um die Badelade ...

 

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Ein Strauß Leben

Minouche © 2004
Kurzgeschichte (Kurzprosa) - Krankheit, Krebs, Tod, Leben, Blumen, Hoffnung

Noch ist der Winter in der Stadt. Er versteckt sich in den Hinterhöfen und den kleinen Gassen mit glitschigen schmutziggrauen Schneehaufen. Er fegt um die Fenster der Betonblock-Siedlungen mit einem nur noch mäßig kalten Windhauch, als wollte er sagen: „ Ich bin lästig, aber ich bin noch hier!“ So richtig furchteinflößend ist er nicht mehr, er ist ein kleiner alter knubbeliger Mann geworden im Laufe der Wintermonate, der hämisch versucht, den Leuten kalt die Hosenbeine hochzufahren. Als wäre er unzufrieden mit seinem Werk, streut er ab und an etwas Glatteis auf die Straßen und lässt sie rutschen, die Menschen, die auf ihnen gehen und fahren. Er ist sehr sarkastisch geworden, der alte Herr mit der frostigen Nase. Und verbittert. Zu viele Streufahrzeuge haben ihm wohl die Tour vermasselt. Und die Menschen, die sind ihn leid. Den Winter. Sie wollen in den Straßencafés sitzen, lässig ihren Cappuccino trinken und schauen, wer wohl vorbeikommt.

Sie ist ihn auch leid, den Winter. Sie mag ihn nicht. Sie mag die Kälte nicht. Und die Unerbittlichkeit einer laufenden Nase. Nein, sie hasst den Winter aus vollem Herzen.

Mit weit ausgreifenden Schritten läuft sie die Hauptstraße entlang. Ein junges Mädchen mit Nasenpiercing, raspelkurzen Haaren und einer Figur, die selbst ältere Herren noch zum Träumen bringt. Sie läuft wie der Teufel. Lange Schritte. Weitausgreifende Schritte. Sie hat es wohl eilig. Sie sieht nicht die Tische und Stühle einiger mutiger Café-Besitzer, die in diesem milden Februar schon das Straßen-Café eröffnet haben. Einige winterfeste Leute haben es schon nach draußen geschafft. Sie sitzen dick vermummt. Und schauen nach den Menschen, die die Straße entlanggehen. Sie meinen, dem Winter ein Schnippchen schlagen und ihn frühzeitig verjagen zu können.

Sie sieht nicht die Blicke, die ihr folgen. Sie hat ihren Weg eingeschlagen. Sie geht. Nein, sie läuft! Sie rennt, als wäre ihr der Winter persönlich auf den Fersen! Mit ihren engen schwarzen Hosen, dem dünnen, schwarzen Blouson, der doch eigentlich noch viel zu kalt ist für 10 Grad Celsius, mit den neongrüngefärbten Stoppelhärchen auf ihrem Kopf. Sie läuft weiter, keinen Blick für die gaffende Menge in ihren grünen Augen, die nicht gefärbt sind. Mit keinem Blick dafür in ihrem weißgetünchtem Gesicht, das so bleich ist, als wäre gerade erst der Maler zu Besuch gewesen und hätte sie alpenweiß gemalt. Kein Erkennen zeigt der verkniffene Mund, zusammengepresst gegen die Kälte, keine Genügsamkeit. Keine Ruhe.

Vielleicht wäre sie sogar hübsch, wer weiß? Vielleicht. Im Moment ist sie nur gehetzt. Und läuft, nein, rennt weiter.

Bis zum Zentrum der Stadt. Dort bleibt sie stehen. Abrupt. Sie läuft nicht aus, in Ruhe. Nein. Stoppt mitten im vollen Lauf, als wüßte sie nicht, wohin sie nun gehen sollte. Sie steht und schaut. Wohin? Auf die dummen Menschen rundherum? Die sie angaffen, ob sie normal ist? Auf die tristen Betonbauten ringsumher? Hohle schwarze Fensteraugen sehen sie desinteressiert an.

Zögernd setzt sie sich wieder in Trab. Schnaufend. Sie ist sichtlich außer Atem. Ein Markt ist dort in der Altstadt. Sie steuert einen Blumenstand an. „Frühlingsblumen, bitte !“, ruft sie. Und verkrampft die Hände im Blouson. „Frühlingsblumen, bitte!“ schreit sie die gehetzte dünne Verkäuferin hinter dem Stand an. „Was?“kommt es desillusioniert zurück. „ Frühlingsblumen....“ sagt sie. Außer Atem. Kann es kaum sagen.

Endlich Aufmerksamkeit. Die Verkäuferin schaut sie an. „Was wollen Sie? Ich habe Tulpen, Narzissen, Krokusse im Topf. Was?“ Sie sieht unglücklich aus. Was will sie? Um sie her verschiedene Blumen. Lilien in Eimern. Völlig unpassend zur Jahreszeit. Sie sieht glutrote Rosen, müssen wohl aus Afrika sein. Sie sieht kaiserliche gelbe Chrysanthemen aus China oder wer weiß woher. Orchideen und Strelizien aus, ja woher nur? Sie sieht jede Menge Blumen. Die Verkäuferin schaut sie entnervt an. „Was wollen Sie für Frühlingsblumen? Narzissen? Ein Bund Tulpen zu 2 Euro, das ist geschenkt!“
„Nein“ sagt sie und dreht sich weg und spürt im Nacken den Hass der Verkäuferin auf ausgemergelte Kreaturen wie sie.

„ Ich will....“ fängt sie an....doch als sie den Blick der Verkäuferin sieht, zuckt sie zurück. Nimmt sich zusammen. Fängt wieder an. „Ich will.....“Weiter kommt sie nicht. „Ja, was wollen Sie denn nun? Bisschen Crack, bisschen Koks, was?“ schreit ihr die unausgesprochene Frage entgegen. Sie kennt diese Blicke nur zu gut. Sie versucht sich zu sammeln. Wendet sich ab. Raus aus dem Vordach, weg von den Blicken, den vorwurfsvollen. Ab in den Wind.

Was will sie denn eigentlich? Ein Leben. Ja. Einen Strauß Leben, das will sie. Sie dreht sich um. Geht zurück. Überwindet die Angst und die Unsicherheit, die sich um ihr Herz klammern. Einen Strauß Leben.
Sie sieht die Verkäuferin an. Die schaut zurück. Die Skepsis, das Misstrauen in den Augen ist kalt wie der sich verabschiedende Winter in den Straßen. Wie Schneematsch. Jovial, aber kalt.
Grau, desinteressiert.

„Ich will einen Strauß Leben,“ sagt sie. „Was?“ fragt die Verkäuferin vom Stand und schaut sie nun unverhohlen böse an. „Könnten Sie bitte genau sagen, was Sie wollen? Einen Strauß Leben! „ und dreht sich wieder weg und holt sich einen Kaffee aus der Thermoskanne. „Eben wollten Sie noch Frühlingsblumen.“ murmelt sie und sagt noch einiges anderes, was im Schlürfen des Kaffees untergeht.

Doch sie bleibt stur. „Einen Strauß Leben!“ ruft sie! „Bitte! Ich habe auch Geld!“ Aus ihrem Brustbeutel fördert sie 10 nagelneue 10-Euro-Scheine zutage. „Bitte!!“ ruft sie. „Es ist lebenswichtig für mich!“ Sie legt die Scheine auf den Tresen des Marktstandes.
Die Verkäuferin schaut ungläubig darauf und stellt den Becher Kaffee weg.
„Ja...klar, für 100 Euro“ grinst sie und schaut das Mädchen an. „Einen Strauß Leben. Gut, sollen Sie kriegen. Gut! Wollen mal sehen....\"

Sie packt Narzissen ein. „Geburt, alles klar, Kleine. Zur Geburt Narzissen?“. Als nächstes Rosen. „ Und? Deine erste Liebe?“ fragt die Verkäuferin. Dunkelrot sind die Rosen, wie Blut. „Die Rosen werden heller mit dem Vergehen der Liebe, bis sie unschuldig weiß sind.“ grinst die Verkäuferin und packt hellrote, rosafarbene, zum Schluss weiße Rosen hinzu. Das erste Kind. Sie nimmt ein paar apricotfarbene Ochideen dazu. Das zweite Kind. Es reicht wohl nur noch zu weißen Freesien. Strelizien, exotisch und orange-blau: ein Seitensprung, hahaha! Die silberne Hochzeit. Es kommen lilafarbene Rosen, für das Besondere dieses Anlasses. Die goldene Hochzeit. Es kommen gelbe Rosen. Der Tod. Sie packt weiße Lilien ein. Und Vergissmeinnicht, um die Unbeschwertheit der Kindheit zu symbolisieren.


„Gut so? Der Strauß Leben?“ fragt sie hoffnungsvoll das Mädchen. „Fein“, antwortet das Mädchen, „...aber die schwarzen Lilien dort, die hätte ich gern noch dabei!“ Der Strauß ist mittlerweile ein ganzer Arm voll Blumen. „Die kosten extra“ sagt die Verkäuferin, ein wenig eingeschnappt, dass ihr Strauß wohl doch nicht ganz perfekt war. „Die will ich!“ antwortet das Mädchen, „ich habe Geld“ und zückt wieder den Brustbeutel. „Schwarze Lilien.......“ sagt die Verkäuferin und schaut das Mädchen düster an „.....bringen Unglück ins Leben.“ „Ich nehme sie“ sagt das Mädchen, „Alle!“.

Es ist ein Riesenstrauß. Er kostet keine 100 Euro. Aber fast soviel. Und die schwarzen Lilien kosten extra.

Sie nimmt den in Blumenpapier gewickelten Strauß in den Arm, und hastet wieder los. Das Gewicht der Blumen bremst ihre Schritte. Weiter. Sie schnauft, der Schweiß rinnt ihr am Körper herunter. Ihr ist heiß, ihr Schweiß jedoch ist eiskalt. Sie kann nicht mehr. Zu schwer wiegt ein ganzer Strauß Leben. Doch sie geht weiter. Meter für Meter. Immer schwerer werden die Blumen in ihren Armen. Ab und zu nimmt sie eine Nase Frühlingsduft von den Narzissen. Zur Geburt.

Endlich ist sie da. Erschöpft, durchgeschwitzt, atemlos. Vor dem Altar der Kirche bricht sie fast zusammen, so müde, so zerschlagen ist sie. Geht in die Knie. Klammert sich an ihrem Strauß Leben fest. Lässt nicht los. Sie spürt einen Arm auf ihrer Schulter. Der Pfarrer. „Kann ich Ihnen helfen?“ fragt er besorgt. „Oh bitte ja!“ flüstert sie, „bitte stellen Sie meine Blumen hier auf den Altar, ja? Würden Sie das für mich tun, oh bitte, es ist so wichtig!“ „Aber ja, ja, so beruhigen Sie sich doch!“ Der Pfarrer ist ganz Güte und Zuversicht. „Sie versprechen es?“fragt sie ängstlich und drückt dem Pfarrer den Riesenstrauß in die Arme. Er schaut sie an. „Versprochen.“ Er schaut in das Blumenpapier. Eine Symphonie aus Farben und Düften der verschiedensten Blumen vernebelt ihm die Sinne. Er schaut hoch, doch das Mädchen ist fort. Sie ist gegangen.

Sie ist schon wieder auf der Station. Man hat schon auf sie gewartet. Die nächste Chemotherapie. Es dauert nicht mehr lang. Und der Winter ist noch in der Stadt.



____________________________________

 

 

Entfernung
Holger Müller © 12/2003
Gedicht (ungereimte Lyrik, Prosalyrik) / - Liebe, Leidenschaft, Sehnsucht, Synästhesie

Abends sind alle Entfernungen länger. 
An jeder Ampel eine Erinnerung. An jeder Kreuzung ein 
Name, den es auch anderswo gibt. Die Ebene ist gerodet, 
die Balkonklippen grau, die Flüsse zu Asphalt erstarrt. 
Darüber treibt die Stadt mit Blechpuls tausend Lichter. 
Mein Klingelschild ist eine Kopie, mein Zimmer eine 
Wartehalle. Die Wände, die die Türen ins Echo drehen, 
stehen mit dem Rücken zu mir. Im Treppenhaus reden die 
Stufen vom Holz, die Klingeln von ihren Tönen. Meine 
Gedanken sind noch barfuss auf den Plätzen unterwegs. 

Abends klingen alle Entfernungen anders. 
Ich kann sie in die Straße rufen und auf ein Echo warten. 
Nebenan biegt die Wut der Nachbarn Wände, bis dein 
Flüstern mit einem Klingeln nach meinem Telefon greift. 
An den Drähten, die wir von Stadt zu Stadt spannen, 
gleiten die Worte wie Seilbahnen hin und her. Sie lassen 
diese Sehnsucht aus- und einsteigen. Dann ist das Zimmer 
leise, die Uhr lauscht. Ein Atemzug rinnt am Glas hinab 
und macht die Scheiben flüssig. 

Abends fühlt sich jede Entfernung anders an. 
Hier verfehlt mich jeder Kuss. Die Nachrichten lassen 
mich aus. Vorm Fenster ist die Gegend schon schwarz. 
Die Stadt kommt morgen erst wieder. Mit dem Licht der 
Mondschale mache ich Nachtlandschaften begehbar, die 
jede Stunde anders aussehen. Die Träume hängen in den 
Steckdosen fest und was draußen grell durch die Nacht 
zuckt, geht mich nichts an. Wenn später das Lachen der 
Leuchtreklamen als Regenbogen in den Pfützen schwimmt, 
ist noch alles beim alten. 

Morgens werden die Entfernungen kleiner. 
Die Städte nehmen andere Namen an. Die eine heißt Du, 
die andere Ich. Dazwischen spannen wir Bänder, auf denen 
man fahren kann. Ich finde dich in den Fahrplänen. 
Die Durchsagen sprechen von dir. Ich dränge mich 
zwischen die Zeiten. Ich halte die Minuten zusammen. 
Die Entfernung, der wir Stunden geben oder die wir als 
Kilometer in Landkarten falten, ist eine andere Art von 

Nähe.

 

 

 

 

 

Nichts sah ich, um Alles zu sehen
Dolphins Dream © 2003
Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht, ) / Lied (MP3) - Zeiten, All, Melancholie


Mein Dasein - es treibt nur im Nichts dieser Zeiten
Gedanken zerlaufen in Endlosigkeiten
Seh' Farben, die einstmals mein Sein noch durchzogen
im Atmen der Seele in rhythmischen Wogen

Weine um das, was einstmals ich sah 
Weine, wenn's scheint für Momente so nah

Die Seele des Ichs treibt ins Suchen, am Ende
Sehnsucht, dass jemals den Anfang ich fände
Nur Sternenmelodie, dort, im Rauschen der Meere
des Nichts, das vielleicht einmal Alles wäre

 

 

Lied (MP3) - Zeiten, All, Melancholie zum Download des Liedes (MP3 / DeGie) + Folgelied 

 

 

 

Anneliese Giersbeck, Öl auf Leinwand, 20 x 47 cm

Ende
Lessing © 2003 Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht) - Tod, Verzweiflung

Die Sonne scheint


hier leider nicht,
doch spendet trotzdem
reichlich Licht,
ein Strahler, der
frontal gerichtet,
mich pausenlos
brutal belichtet.

Die Sonne scheint


hier wirklich nicht,
wenn irgendwann
die Psyche bricht,
die nun, nach etwa
vierzehn Tagen,
nach Hunger, Durst und
vielem Schlagen

die letzte Kraft
in mir gebrochen
und ich, den Tod im
Angesicht,
geschunden, krank
und ohne Hoffen,
bereit bin,
alles preiszugeben.

Die Sonne scheint


hier wirklich nicht.

 

 

 

 

 

 

Weichen 
Gedicht (ungereimte Lyrik, Prosalyrik) / Hörspiel (MP3) - düster, Visionen, Leben und Tod 

 

Als das Leben vorbei war
reichte es Dir die Hand
und zog Dich fest zu sich zurueck
Oder warst Du es, die zog?


Wer vor dem Verhungern steht
studiert keine Speisekarten
Auch Du nicht


Der Zug ratterte
unaufhoerlich
zumindest zog er
so fragtest Du nicht nach den Weichen

In den Bahnhoefen sahst Du Dein Spiegelbild
wieder und wieder
verschwommen in der Glasfassade
doch wie Du Konturen erahntest
setzte sich der Zug wieder in Bewegung
geblieben nur
die vage Erinnerung
an ein Flimmern

Warst das Du?



Dieser Bahnhof ist anders
Die Gleise enden
Wieder ein Blick in die Scheibe
Doch das Glas laengst zersprungen
In den Scherben
nur noch ein Flimmern
und Du ahnst;
Das bist DU...


Der Weg zurueck zu Fuss
zurueck zur letzten Weiche
er wird schwer
und Du denkst an die zwei Koffer
sie haben nicht einmal Rollen...

Liegen lassen wirst Du sie nicht
Doch wer weiss:
Vielleicht bringen sie die Balance
die Dir zu fehlen scheint
denn die Beine sind stark genug

Gerne ist man Passagier
doch gibt es Wege
die kein Rad je durchquert






Die Weiche
Ich bin sicher, Du wirst sie erreichen
Was Du einst aus dem Fenster geworfen hast
weit vom Gleis kann es nicht sein...


Beim naechsten Zug wirst Du es laengst wissen:
Entferne Dich nie zu weit von den Weichen!
Man muss sie wohl schon stellen
Doch der Zweck ist nicht
dass der Zug ankommt
DIE Reisenden...





Als das Leben vorbei war
reichte es Dir die Hand
Ich hoffe, Du siehst:
Sie ist noch da!

 



 

 

© DeGie 23.03.2003 -

Für Minouche

Hörspiel (MP3) - düster, Visionen, Leben und Tod Audio-Version / MP3-Download ...

 

 

Gedicht (ungereimte Lyrik, Prosalyrik) / - düster, Visionen, Leben und Tod weiter (feat. Minouche) ...


 

 

 

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Wenn die, die nähmen, nie kämen
Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht) / Hörspiel (MP3) - Melancholie, Natur, Liebe, Sehnsucht

 

Wenn einst nach kalten Wintertagen
und Fragen, die noch immer quälen
die Haseln wieder Kätzchen tragen
Dann wirst Du mir sehr fehlen.


Wenn später auf den jungen Zweigen
zum Freudensummen erster Bienen
die Weiden wieder Farbe zeigen
‘ Hör' Vögel, die verschwunden schienen
und auch so manches andre Tier
Dann wünscht' ich, Du wärst hier bei mir.


Wenn Schlehen dann in Weiß erhellen
die Wiesen ohne Zahl und Grenzen
würd' gerne den Entschluß ich fällen
mit Dir zusammen längszuschlenzen
zu lauschen Summen und Gesang
Doch macht mich der Gedanke krank
daß schon zu spät es ist und war
Auch das wird mir dann wieder klar.


Und später dann im gleichen Jahr
wenn Ginster, Rosen, Schmetterlinge
alleine mich erfreuen zwar
wie auch so viele andre Dinge
die auch dann wieder bald vergehen

So will ich doch zumindest hoffen
Auch Du kannst irgendwo sie sehen
als hätten wir uns dort getroffen.


Kommt dann mal einst mein letzter Tag
Im Geiste laß ' vorüberziehn
die Zeit, die schon zurück weit lag
die Tage, Wochen, wo es schien

als wär da was, für das es lohne
mal anzufangen ganz von vorn
die Pfade, die ich lang bewohne
neu einzuebnen ohne Zorn


Dann wünscht' ich, Du wärst auch bei mir
zu hören nochmal eben
daß es schön sein kann mit Dir
auf dieser Welt zu leben...


© DeGie 23.04.2000 

 

Hörspiel (MP3) - Melancholie, Natur, Liebe, Sehnsucht Audio-Version / MP3-Download ...

Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht) / Hörspiel (MP3) - Melancholie, Tod, Visionen Der Stein (mit MP3)

 

 

Anneliese Giersbeck, Öl auf Hartfaser, 55 x 70 cm

 

 

zu DeGies älteren Gedichten auf den Feiertagen der Eskimos

Beachte:
In der Regel ist dieses Fenster bereits geöffnet!

 

 

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Tiger Übermü Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht, Humorgedicht) / Hörspiel (MP3) - Humor, Tiere

Wer spaziert da, auf den dünnsten Enden
schneeglatter Zweige (und wird gleich wenden),
mit sicherer Drehung und Eleganz,
die Nonchalance von Kopf bis Schwanz?  

Funkelnde Augen voll Poesie:
Das ist der Tiger aus Übermü!  

Da! Wirbel! Als ob ihn die Musen stießen,
welche dem Dichter ihn Übermü hießen,
stürzt unser Held, ganz erdenschwer,
mit weichem "pluff" in ein Flockenmeer.  

Entsteigt dem Bade, mit dem Lächeln der Sieger,
schneepudergezuckert als Übermü-Tiger.  
   

© Ludwig Janssen 6.2.2003  

 

Ludwig Janssen: Mondvogel (gemaltes Gedicht)

 

>>Tiger Übermü beim Sturz<< von I. Astalos

I. Astalos © 8/04

 

Hörspiel (MP3) - Humor, Tiere Audio-Version /
MP3-Download...

 

 

 

 

 

mehr von Ludwig Janssen...

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ANREGUNGEN ZU EINER SICH SELBST REFLEKTIERENDEN ERZIEHUNG
Ein Essay
Komprimierte Abhandlung über neuere Erziehungskonzepte und Ansätze
Am Ende des Essays befindet sich übrigens eine Download-
Möglichkeit der pdf-Version!

Matt Groening: Homer Simpson fröhnend der Muse des Würgens seines Sohnes Bart

 

 

Die Ordnung 
der Schliefer

Schlaflied für Ludwig Janssen
 und Dolphins Dream
mit
MP3-Download
 feat. DeGie
Artjom Gillung
, 
Christian Lachmann 
und
Stefan Nitschke
Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht, Humorgedicht, Gutenachtgedicht) / Schlaflied (MP3) - Humor, Tiere

Die Ordnung der Schliefer (I. Astalos 6/05) - illustriertes Gedicht von DeGie mit schleckender Giraffe, lüsternem Krokodil, schadenfrohem Ara, Affen mit Maschinengewehr,  Frosch und schadenfrohem Ara

I. Astalos © 6/05

Elop Euli
featuring DeGie
Ludwig Janssen 
& Malwiesel
(Andrea-Christine Kühler, 08.07.1965-18.02.2006)
Kurzgeschichte (Kurzprosa, autobiographische Satire) - Humor

 

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Sehnen
Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht) / Hörspiel (MP3) - Visionen, Sehnsucht, Hoffnung

Ein tiefes Sehnen alter Seelen
noch immer schweigend innewohnt
will Träume, Menschen, Orte zählen
die oft so nah und doch so fehlen
was bleibt und zu bewahren lohnt


Hörst Du sie im Nachtwind flehen
wenn Winde ihre Lieder wehen?

Wie Kinder nach dem Weg sie suchen
nach Schimmern alten Glücks sich sehnen
sich immerzu im Dunkeln wähnen
und Zuversicht als Schein verbuchen


So schweigend bald der Welt entschweben
im Jenseits schaffen neues Leben
Wo Träume auseinanderklaffen
Alsbald sie strecken ihre Waffen

Im Dämmerlicht zu sehen kaum
Doch wiegen Deinen manchen Traum.
Und wenn Dein Glaube Dir doch bliebe
alsbald in neues Licht sie triebe


So tief im Herzen manchmal lohnt
zu streicheln, was dort innewohnt...


DeGie © 23.04.03


Hörspiel (MP3) - Visionen, Sehnsucht, Hoffnung Audio-Version / MP3-Download ...

 

Anneliese Giersbeck, Öl auf Leinwand, 65 x 165 cm

 

 

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Gedicht (halb gereimte Lyrik, Prosalyrik, Monolog) / Hörspiel (MP3) - Visionen, Sehnsucht, Hoffnung, Tod, Krieg Aus dem Tagebuch des Mondes

 

zu den neueren Gedichten von DeGie

 

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Fluch der Lyrik
Kerstin Jäckel © 4/2003
Gedicht (ungereimte Lyrik) - Visionen, Tod, Melancholie, Alpträume

Ich nehme einfach ein tönernes Gefäß,
um meine Tränen zu sammeln,
und wenn ich hineinsehe,
entdecke ich staunend darin das Meer.

Ich kaufe einen edlen hölzernen Sarg,
um meine alten Ängste zu betten,
und beim zögernden Öffnen,
entdecke ich mich begraben unter ihnen.

Ich schwinge unermüdlich den Käscher,
um meine Träume einzufangen,
und ihren Anblick wagend,
entdecke ich sterbende Schmetterlinge.

Ich greife endlich zu schwersten Ketten,
um meine Gefühle zu bändigen,
und als im Verlies suche,
entdecke ich mich zerfallend zu Staub.

 

 

 

 

Marmorengel im Park
Ludwig Janssen ©
07.08.200
Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht) - Visionen, Erinnerung

im Innen regt sich dieses Lauschen
das deinen Zügen Leben wähnt
und hört es auch nur Blätterrauschen
mein Herz ist was sich nach dem sehnt

das königlich von Könnerhänden
deinem kalten Außen schimmert
weiß, als ob sich Seelen fänden
an ein fernes Wir erinnert

das mir nun nah für dieses eine
Fühlen tief im Nebeltreiben
allein im Park und still wir beide
nur ein Erinnern wird mir bleiben

 

 

 

Ludwig Janssen, Katze Sterne / Ölpastell, Wischtechnik

 

 

 

(...)

...Und oftmals stellt‘ ich mir die Frage
Was Dich bedrückt an manchem Tage
Was manchmal wie ein Totenlied
so tief in Deinem Herzen weint
Dich tonnenschwer zu Boden zieht
von innen aufzufressen scheint.




Dann werd ich wach und frag den Wind
des Nachts, ob Dir wohl klar ist schon
Daß viele Menschen bei Dir sind
für die Dein Sein genug wär Lohn
Die auch, wovon noch nichts zu sehen
Dich eines Tages doch verstehen.



Und was die Zukunft auch verheißt
So frag ich mich, ob Du wohl weißt
Wie schön die Welt geworden ist
Seit Du auf ihr zugegen bist.



Und weiterhin im Herzen trag‘ ‘
Den Wunsch, Du schliefest weiterhin
mit Freude auf den nächsten Tag
Das wär mir schon genug an Sinn.


Aus:
Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht) / Hörspiel (MP3) - Hoffnung, Aufmunterung, Empathie "Wenn die Sonne den Mond bewohnt"
© DeGie 18.12.2000

 

 

*****

 

Hörspiel (MP3) - Hoffnung, Aufmunterung, Empathie Audio-Version / MP3-Download ...

 

 

Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht) mit Kommentaren - Hoffnung, Aufmunterung, Empathie 38 Originalkommentare
feat.
Dolphins Dream, Ludwig Janssen
,
-Melancholia-, Carina Magic, malwiesel et al

 

 

 

...zum Anfang des Zyklus

 

 

zu DeGies älteren Gedichten auf den Feiertagen der Eskimos

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Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht, Humorgedicht) / Teamwork / Hörspiel (MP3) - Humor, Tiere, Schizophrenie, Klapsmühle

 

Ene, mene, Katzenhaar,
Wetter ist noch wunderbar.
Etwas Spinnenbein und Würze -
und schon schneit es hier in Kürze...

 ©Lessing (KD Heid) 05.05.03 13:57

 

Lessing schneit herein
bricht sich schnell ein Bein
Auge fällt auf spitzen Stein
das muß wegen Hitze sein 

Und der hundsgemeine
Stuhl der da noch stand
angelehnt an Wand
trifft ihn zwischen Beine

Lessing so fortan
singt jetzt als Sopran

 ©DeGie 05.05.03 14:12

(...)

Hat ein Hexchen mich verhext?
Da am Kopf ein Hörnchen wächst!


Oder kommt die Riesenbeule
von der alten Marmorsäule,
die mein Kopf mit Schmerzen fand,
weil sie mir im Wege stand?

 ©Lessing (KD Heid) 06.05.03 11:25

(...)

Nicht ich war es, der so besoffen;
es war die Säule, die da schwankte.
Ganz plötzlich hat sie mich getroffen,
woran ich dann ja auch erkrankte

 ©Lessing (KD Heid) 06.05.03 12:09

 

 

(...)

 

(...)


 

Elefant, Dromedar / Trampeltier, Krokodil,  und Schnabeltier laufen in der Klapsmühle auf Zwangsjacken-Träger zu  / I. Astalos 8/04

I. Astalos © 8/04

 

Als einst der Stuhl zusammenklappte
schon bald ich nie im Hellen tappte
Und trapsten Nachtigallenschwärme
nicht manchmal auch bei Tage gerne?

Das Trapsen ihnen ist Pläsier
wie Schnabuliern dem Schnabeltier
in Fabeln sieht man oft sie zoten
und singen Lieder ohne Noten


Doch ich, ich sitz hier fest verschnürt
im Jackenzwang, wo Zwietracht schürt
ein Dromedar, was einst war hier
und trampelte aufs Schnabeltier

Im Hampeln manchmal unbedacht
ein Lama große Sprünge macht
Kein Drama! Wenn doch nur sie bräten
was Tupfhyänen einst verschmähten

Im Rammeln oft die Elefanten
kein Bammel in den Bräuchen kannten
und stammeln, wenn die Schläuche reißen
von Hunden, die die Letzten beißen


Auf Wunden hetzen ist so leicht
wenn blind die letzte Schleiche schleicht
und Schaben scheuchen Schaben
vom Feld bis in den Graben


Ein blaugestreiftes Krokodil
das singt und spielt und fliegt hier viel
und ringt im Reihern obendrein
mit Würfeln eingelegt in Wein
mit Magensäure und mit Aas
was gestern es noch lüstern fraß



Wie nun ein Nilpferd sanft mich streicht
da werden meine Flügel leicht
und hebe ab mit Adlerschwingen
Im Himmel bald man hört mich singen

Wo Engel mal zuweilen lallen
wirst einst Du schon noch auf mich prallen...

 ©DeGie 06.05.03 19:35

 

Hörspiel (MP3) - Humor, Tiere, Schizophrenie, Klapsmühle Audio-Version / MP3-Download ...

aus:

 


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Gedicht (gereimte Lyrik, Reimgedicht, Humorgedicht) / Teamwork / Hörspiel (MP3) - Humor, Tiere, Schizophrenie, Klapsmühle 39-teiliger Ausschnitt aus dem 180-teiligen Teamwork-Thread

feat. DeGie & Lessing (KD Heid),
special guests: Orinoco, Hexe 435

 

 

 

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Traumerleben
Karma © März 2003 Kurzprosa (Prosalyrik, ungereimte Lyrik) - Visionen, Träume, Alptraum

Der Morgen dämmerte langsam herauf
Lichtstreifen am Horizont
deuteten sein Kommen an
der Himmel hatte noch sein tiefes Blau
Sterne funkelten um die Nacht
zu verabschieden

Ich wollte mir diesen Moment
den Wandel von Tag und Nacht
bewusst machen

ich entdeckte eine Bank
auf der anderen Seite
ein Platz der mir geeignet erschien
es auf mich wirken zu lassen

aber der Weg dort hinüber
war schwierig und voller Gefahren
vorsichtig schaute ich mich um
hinter der Biegung konnte jeden Moment
Schrecken hervorbrechen

dennoch, ich wagte diesen Schritt
um dem Himmel und
den Sternen näher zu sein

es hat sich gelohnt
dieser Anblick wird mir
immer unvergesslich bleiben.



Ich verließ die Bank wieder

dann geschah etwas
mit dem ich nicht gerechnet hatte
eine einzige Unachtsamkeit von mir
und ich hatte alles verloren

verzweifelt suchte ich Hilfe
doch niemand konnte mich verstehen
oder wollte es nicht

ich ging davon
heimwärts zu den Engeln

 

 

 

 

Zwielicht der Dämmerung
sanguis draconis © 25.04.2003
Gedicht (ungereimte Lyrik, Prosalyrik) - Melancholie, Nacht, Tod

Wenn vom letzten Regenbogen
die Farben lautlos ins Wasser gleiten,
der Albatros im Sturzflug stirbt;

Wenn der Schaum der Wellen
meine Spuren glättet,
der Wind mir von Ewigkeit erzählt,

Wenn meine Träne fällt
in schwarze Gewässer der Einsamkeit,
die Muscheln ihr Rauschen verlieren;

dann lockt mich diese unheimliche Weite
mit ihrem lang erhofften Nichts
einzutauchen ins Zwielicht ihrer Dämmerung.

Begleitet von zärtlichen Delphinen 
erschließen sich erhabene Gefilde 
jenseits aller Vorstellungskraft.

Herrliches Verlieren in namenlosen Tiefen
unvergleichlich süßen Vergessens 
im befreienden Schlaf meines Todes.

 

 

 

 

Ludwig Janssen: Bin ich der Weg / Aquarell (gemaltes Gedicht)

 

 

 

Leben
Ludwig Janssen © 14.2.2003 
Gedicht (ungereimte Lyrik, Prosalyrik) - Melancholie, Leben, Tod

Das Leben ging
vorüber.

Ich schüttelte ihm
die Hände
trank
seinen Wein

von seinem Brot
nahm
was es mir ließ.

Schaute
in viele Augen
lauschte
Narren und Weisen
faßte mein Denken
in Worte.

Im All
ein einziges Drehen
die Welt
ein Kommen und Gehen
In mir
ein Reisender.

Als das Leben
dann endlich
vorbei war
rief es mir zu
"wo bleibst Du?"

Ich erhob mich
und folgte.


 

 

 

Zu spät Einhorn, verzeih mir...

Kerstin Jäckel © 5/2003  Gedicht (ungereimte Lyrik, Prosalyrik) - Verzweiflung, Sagen, Tod

Ein ganzes Leben nur auf einen Traum gewartet.
Ein ganzes Leben lang…

Verstehende Augen leuchten lächelnd in Herzen,
Wunderkerzen entzünden meine frierende Seele.
Unter feurig stampfenden Hufen strahlen selbst
Scherben letzten Hoffens in betörendem Glanz.

Ohne Scham berge ich mein zerfallenes Gesicht
in der Mähne aus wild tosendem Meer und Wind.
Ohne Tränen fließt mein Herz leise schluchzend
in Wesen aus Märchen und versunkenen Welten.

Zu spät für ersehnte Blitze aus heiterem Himmel.
Zu fern locken Regenbogen mit bunten Illusionen.
Zu matt strahlt die Sonne in geschlossene Augen.
Zu hoch scheinen Himmel dem mutlosen Sehnen.

Ein ganzes Leben nur auf einen Traum gewartet.
Ein ganzes Leben lang…

 

 

 

 

 

 

Gedicht (ungereimte Lyrik, Prosalyrik) / Hörspiel (MP3) - Liebe, Sehnsucht, Empathie

(...)

Es ist nicht so
daß der Horizont
wenn die Sonne sich rot zur Ruhe bettet
jedes Leuchten am Firmament
nur aus Dir bestünde...

Doch bliebst Du das, was zählt...



Als ich heute morgen
in der Kraterlandschaft meiner Kissen
zerschellte
und wach wurde
war es Dein fragender Blick 
im Nebel verfliegender Dämmerung
ein letztes Verglimmen Deiner Stimme 
die mein Ohr dann doch nicht halten konnte

was mich wissen ließ
warum es lohnte...






Wären wir noch am Leben
In jedem Moment
zöge ich mit Dir
dort in die Sterne
die heute nur noch leuchten
weil ihr Licht so langsam ist...

 

 

 

Aus:
"Es ist nicht so..."
© DeGie 23.12.2003
Gedicht (ungereimte Lyrik, Prosalyrik) / Hörspiel (MP3) - Liebe, Sehnsucht, Empathie

 

 

 Hörspiel (MP3) - Liebe, Sehnsucht, Empathie Audio-Version / MP3-Download ...

 



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Anneliese Giersbeck, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm

Hony 

atasah -

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